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Cardillac

25. Februar 2026 19:00

Opernhaus Zürich
Falkenstrasse 1
8008 Zürich

Cardillac kann sich von seinen Kunststücken nicht trennen. Der Juwelier muss töten, wer Schmuck bei ihm kauft. E.T.A. Hoffmanns Novelle «Das Fräulein von Scuderi», eine der ersten Kriminalgeschichten überhaupt, diente Paul Hindemith als Vorlage. Seine Oper von 1926 ist ein Meilenstein in der Entwicklung des Musiktheaters. 100 Jahre nach der Uraufführung in Dresden bringt das Opernhaus Hindemiths erste abendfüllende Oper in einer Neuinszenierung heraus.

Bereits zu Beginn der 1920er-Jahre hatte sich Hindemith innerhalb der jüngeren Komponistengeneration eine prominente, nicht selten umstrittene Stellung erarbeitet. Insbesondere seine frühen musiktheatralen Einakter wie «Sancta Susanna» oder «Mörder, Hoffnung der Frauen» sorgten für nachhaltige Aufmerksamkeit und etablierten seinen Namen auch auf den Opernbühnen – als Vorboten von «Cardillac», mit dem ihm erstmals ein bleibender Platz im Opernrepertoire zufallen sollte. Hindemith schuf ein tiefsinniges Künstlerdrama, das den gesellschaftlichen Wert von Kunst und Kunstschaffenden, von Kunst und Besitz, Nutzen, Ethik und Grenzen der Kunst thematisiert.

Die Produktion verschafft ein Wiedersehen mit dem ehemaligen Zürcher Generalmusikdirektor Fabio Luisi, der ein passionierter Anwalt von Hindemiths rhythmusgetriebener, eiskalt-schillernder Partitur ist.

Für die Inszenierung zeichnet Kornél Mundruczó verantwortlich, einer der aktuell spannendsten Theater- und Filmemacher («Pieces of a Woman», «Underdog» u.a.). Mundruczó liest «Cardillac» als zeitgenössischen Thriller, als psychologisch hoch aufgeladene Geschichte über Besitz, Obsession und Macht. Der Abend ist ein Spiegel unserer heutigen Konsumgesellschaft, in der das Streben nach materiellen Gütern, nach Status und schnellem Kick eine zentrale Rolle spielen. Cardillac selbst ist eine psychologisch komplexe Figur: ein angesehener Künstler, dessen körperliche Bindung an sein Werk und den Zwang nach Kontrolle ihn zum Dieb und Mörder macht.

Die ästhetische Inspiration für das Bühnenbild schöpft aus realen urbanen Orten – vom New Yorker Diamond District bis nach Antwerpen, wo Gold und Diamanten als «Treibstoff des Reichtums» fungieren. Diese glitzernde Welt steht in scharfem Kontrast zur psychologischen Dunkelheit des Stücks: ein Spiel aus schimmernder Oberfläche und innerer Abgründigkeit.

https://www.opernhaus.ch/spielplan/kalendarium/cardillac/2025-2026/

Kulturstelle contact: Ana Kitanovic email

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