La fanciulla del West

Do 21. Dezember 2017 19:00 - Opernhaus Zürich

Oper von Giacomo Puccini

Giacomo Puccinis 1910 uraufgeführte Oper wird gerne als Western mit Saloon und rauchenden Colts auf die Bühne gebracht, aber der Regisseur Barrie Kosky erzählt die Geschichte um die Barbesitzerin Minnie, die alleine unter Männern in einem Goldgräbercamp im amerikanischen Westen lebt, in seiner Zürcher Inszenierung als ein Thriller desolat vereinsamter Menschen, die «in der letzten Bar, im allerletzten Dorf, am gottverlassenenen Ende der Welt» verzweifelt um ihre Existenz und ihre Erlösung durch die Liebe kämpfen. Kosky hat sich dabei von den Stilmitteln des grossen amerikanischen Kinos inspirieren lassen, das Puccini mit dem filmischen Spannungsaufbau und seinem kompositorischen Realismus in seiner Partitur vorausahnte. Die heruntergekommene Welt einer verdreckten Bar, Minnies Hütte als enges ärmliches Zimmer und eine verschlammte Hausruine im Gangsterjagd-­Finale liefert ihm den äusseren Rahmen für spannungsvolle szenische Konkretion: Kosky bringt einen packenden Puccini-Krimi mit Liebes- und Actionelementen auf die Bühne. Wie schon in der Premiere bilden die charismatische Catherine Naglestad in der Rolle der Minnie und der starke Charakterdarsteller Scott Hendricks als raubeiniger Sheriff Rance dabei ein höchst theaterwirksames Gegenspieler-Paar. Brandon Jovanovich – als Sergej, Florestan oder Tambourmajor in Zürich bestens bekannt – gibt sein Debüt in der Tenor-Glanzrolle des Dick Johnson.


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